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Haus Pott-Holtmann wird saniert

Der Grundstein ist gelegt: Das historische ehemalige Kaufmannshaus Pott-Holtmann in Frerens Innenstadt wird saniert. Dort und in einem Anbau entstehen neben einer Gewerbeeinheit elf Wohnungen. Foto: Carsten van Bevern

haus pott-holtmann

FREREN Das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Kaufmannshaus Pott-Holtmann in der Goldstraße in Frerens Ortsmitte soll bis Ende 2020 komplett saniert und ein Anbau fertiggestellt sein. Neben einer Gewerbeeinheit sind elf Mietwohnungen geplant. Das historische Töddenzimmer wird weiter zugänglich sein.

„Dies historische Gebäude ist ein zentrales Gebäude für die Stadt Freren. So befindet es sich auch auf nahezu allen historischen Postkarten“, freute sich Frerens Bürgermeister Klaus Prekel beim offiziellen Baustart, dass das Haus jetzt unter denkmalpflegerischen Aspekten saniert wird. In dem 1830 errichteten Haus sowie einem Anbau sollen insgesamt elf barrierefreie Wohnungen entstehen. Zudem ist eine Gewerbefläche geplant, für die es laut Prekel bereits Interessenten gibt. So könnte sich dort ein Betrieb aus dem Dienstleistungsbereich ansiedeln.

Auch für die direkt am Marktplatz gelegenen Wohnungen gibt es laut dem Investor Roman Felix aus Herzlake bereits Interessenten. Felix ist unter anderem einer der Geschäftsführer der Fibo-Trockenbau GmbH in Löningen und der Fibo GbR in Essen (Oldenburg). Und er kennt Freren. Anfang der 1990er-Jahre ist seine Familie nach Freren gekommen, später nach Thuine und schließlich nach Herzlake gezogen. Neben der Arbeit im Trockenbaubetrieb entwickelt er Bauprojekte. So hat er in Freren bereits in der Mühlen- und der Teismannstraße (ehemals Segeler) Häuser mit insgesamt zehn Wohnungen gebaut und anschließend verkauft.

Die Wohnungen in der Goldstraße sollen laut dem Investor aber vermietet werden: „Mich hat vor allem die zentrale Lage mitten in der Stadt überzeugt.“So lebten und arbeiteten in der Goldstraße Anfang des 19. Jahrhunderts mehrere vermögende Kaufleute. Um 1830 hatte der Töddengroßhändler Eberhard Pott das Kaufmannshaus in der Goldstraße am Markt errichtet – die Familie war seit der Zeit um 1700 im Textilhandel in den Niederlanden tätig und zählte im 18. Jahrhundert zu den reichsten Kaufleuten in der ganzen Grafschaft Lingen.

Sein Neubau war 1830 das erste massiv errichtete, zweigeschossige Privathaus in Freren. Mit fünf Fensterachsen, Quaderputz und einem flachen Dreiecksgiebel war es im Baustil des Klassizismus errichtet worden. Im rückwärtigen Bereich des Obergeschosses gibt es zudem auch heute noch das sogenannte „Töddenzimmer“mit dem noch vollständig erhaltenen Mobiliar und Gemälden aus der Zeit um 1850.

Elf Wohnungen

„Dieses Zimmer wird auch erhalten und künftig zum Beispiel von Besuchergruppen bei Stadtführungen sogar noch besser direkt vom Treppenhaus her und nicht mehr durch Privaträume erreichbar sein“, erklärte Prekel.

Äußerlich soll das Haus wieder in den Zustand um 1900 versetzt werden, auch der Anbau soll sich der Bauweise der benachbarten Häuser anpassen. Entstanden ist eine Drei-Giebel-Konstruktion, wobei der historische Altbau durch ein transparentes Zwischenbauteil vom Neubau getrennt wird. Die Wohnungen verfügen über Wohnflächen zwischen 50 und 70 Quadratmetern und zu einem Großteil über einen Balkon.

Mit rund 100000 Euro unterstützt auch die Obere Denkmalschutzbehörde die fachgerechte Sanierung des Altbaus. „Das reicht zur Deckung der Mehrkosten aber bei Weitem nicht aus“, ergänzte der Planer Ansgar Winkeler vom Büro Rücken & Partner, welches für die Gebäudeuns Tragwerksplanung und die Bauphysik zuständig ist. So sei die Dämmung sehr kostenintensiv, auch müssten viele verbaute Holzteile überprüft und saniert, das Haus statisch ertüchtigt und der Brand- und Schallschutz beachtet werden. „Wirtschaftlich ist das schwierig, optisch ist die Integrierung der alten Bausubstanz aber natürlich sehr zu begrüßen.“

Auf die neuen Wohnungen freut sich auch Frerens Stadtdirektor Godehard Ritz: „Die Nachfrage nach Wohnraum ist in Freren ungebrochen. Gerade laufen noch Beurkundungen, dann sind auch im erweiterten Baugebiet an der Ostwier Straße alle Grundstücke verkauft.“


Quelle: Lingener Tagespost, 18.11.2019
Von Carsten van Bevern

 

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